Super machst du das!

Wir waren bei einer Tagesmutter eingeladen um zu besprechen, ob der Minimupf bei ihr unterkommen kann, wenn wir beide beim Geld beschaffen sind. Das war bereits 4 Monate her und ist im Endeffekt nichts geworden. Ich habe mich mit ihr intensiv über ihre Erziehungsvorstellungen unterhalten, die mehrheitlich mit dem Mupf’schen Regel- und Erziehungswerk übereinstimmte. 
Dann sagte sie etwas das mich völlig verwirrte „Ich lobe nicht. Aber geschimpft wird auch nicht.“ Hä? Das ist ein Erziehungsansatz, den ich bis heute nicht verstehe. Immerhin hat er einen Denkanstoss gegeben: Wie wichtig ist loben? Und wie lobt man eigentlich richtig?

Ich erinnere mich immer gerne an ein Lob zurück, das ich bekommen habe für Arbeit, die ich vorbildlich erledigt habe. Wie warmes, frisches Honigbrot mit viel Butter.
Aber nicht jedes Lob hat sich gleich toll angefühlt. Ein „Super machst du das“ fühlt sich zwar kurzzeitig gut an, aber ist so ubiquitär und gewöhnlich, dass es nach 10 Minuten auch wieder in der Datenmenge untergegangen ist. 

Bereits in diesem Artikel über „Gefühle verleugnen“ habe ich erwähnt, dass ich dieses Buch gelesen habe. Und hier gibt es ein Kapitel, das sich auch mit dem Loben beschäftigt. Die Autorin erläutert, dass man versuchen sollte zu beschreiben was man sieht. Beispielsweise wenn man ein Bild geschenkt bekommt auch darauf eingehen, was einem besonders gut gefällt. Die Farbwahl, die Striche in der Ecke, das Chaos. Das kommt gut an. 
Ein lapidares „Ja, sieht wirklich ganz toll aus“ verschwindet einfach wieder und wird nicht richtig ernst genommen. 

Ok, dachte ich mir skeptisch, ist das echt so? Klingt schon einleuchtend, aber diese These muss ich erstmal gründlich testen. Ausgiebig habe ich mit Herrn Mupf diskutiert und ihn überzeugt, es mal zu versuchen. Ebenso ausgiebig habe ich in den folgenden Tagen Herrn Mupf gelobt, in dem ich beschreibend sagte: „Die Küche ist ja wirklich sehr sauber. Die ganzen Oberflächen sind gewischt und der Biomüll draußen. Toll.“ Erst meinte er: „Hey, danke… Moment mal, das ist doch dieses Kinderpsychodings!“ 

Also habe ich mir andere Opfer gesucht (wenn du das hier liest, es funktioniert wirklich gut bei dir. Hähä.), die auch überraschend positiv hierauf reagiert haben. Anfangs tat ich mich zwar etwas schwer, aber die Leute finden es wirklich gut. Man sieht richtig, wie sie sich freuen und stolz sind. 

Vielleicht ist es das was die Tagesmutter meinte. Sie lobt nicht, aber sie beschreibt in positiven Worten was sie sieht. 

Lobt ihr? Wurdet ihr schon von mir gelobt? Findet ihr Lob wichtig oder wird das überbewertet?

Stolz wie Oskar!

Stolz wie Oskar!

Bildnachweis: Flickr-Tony Alter

Eine gute Kinderstube.

Status

Mit zunehmendem Alter des Minimupfs lese ich auch mehr Bücher und allgemein Literatur über Kindererziehung. Wir Mupfeltern machen uns viele Gedanken, wie Erziehung aussehen kann. 

  • Braucht man überhaupt Erziehung?
  • Warum braucht man Erziehung?
  • In welche Richtung erzieht man?
  • Was wollen wir mit Erziehung eigentlich bezwecken? Wollen wir ein leistungsstarkes, glückliches, angepasstes oder einfaches Kind? 
  • Fördert man sein Kind oder lässt man es sich einfach entfalten und wirkt nur im Hintergrund unterstützend?
  • Muss man negativen Entwicklungen gleich entgegenwirken oder ist es „nur so ’ne Phase“?

Diese Fragen lassen sich nicht in der Scienster-Kategorie beantworten und deshalb führen wir eine neue Kategorie ein:

Kinderstube

 

Sprache = e^x

Wir lernen gerade eine neue Sprache: spätzisch. Das Tolle an Spätzisch ist es hat nur Vokabeln, Grammatik gibt es keine. Eigentlich sollten wir uns glücklich schätzen. Momentan kommen nur ein bis zwei Wörter pro Tag dazu, manchmal auch keins. 

Leider habe ich ein echtes Problem, wenn die Aussprache undeutlich ist. Das ist bei erwachsener Murmelei ähnlich schlimm, eine Hörblindheit quasi. Auch wenn jemand englisch mit einem fiesen Akzent spricht, steh ich da wie der alte Opa ohne Hörgerät. Ähnlich schlimm ist es mit Rechtschreibfehlern. Gibt es einen komischen Fehler im Wort, verstehe ich den ganzen Satz nicht mehr. Kennt ihr das?

Bei Spätz gebe ich mir natürlich trotzdem besonders Mühe: 

  • Buje = Schuhe
  • Si = Pfirsich
  • Pfül = Schüssel
  • Peptz = Spielplatz

Manche Wörter sind auch ganz einfach:

  • Tiege = Ziege
  • Tiger
  • Matze = Puppe Matze
  • päter = später (Papa kommt später)
  • ehar = leer (mit entsprechender Geste)
  • Bär
  • Bah = Bah (Igitt, bitte nicht in den Mund stecken. Hey dageblieben, ich sagte NICHT in den Mund stecken. Boah, du hast doch selbst Bah gesagt. Komm spuck’s aus. Nein, schon weg?)

Aber viele Wörter verstehe ich einfach nicht und er tut mir leid, wenn er vor mir steht mit ernstem Gesicht, die Hände auf die Hüfte gestützt: 

  • Mama, Diar. Mama, Diäär!!!

Was kann man darauf antworten außer: „Zeig mal genau was du meinst. Ich verstehe dich nicht.“ 
Leider zeigt er jedes Mal etwas anderes. Ist es vielleicht Tür? Oder Tier? Oder was ganz anderes? 

Und was ich ganz besonders komisch finde, warum er eigentlich nicht die einfachen Wörter zuerst sagt. Wie wäre es denn mal mit Ball? Oder Keks? Oder vielleicht Auto? Naja, ich werde jetzt in meinem Lebenslauf einen neuen Stichpunkt unter Sprachkenntnisse einführen:

  • Spätzisch = Grundkenntnisse

Danke Sprache

Bildnachweis: woodleywonderworks

„Tu die Mäh mal Ai!“

Na? Verstanden? Wenn ja, lässt das tief blicken…

Für alle Anderen: Streichel mal das Schaf!
Natürlich stimme ich zu, dass sich die Sprache immer im Wandel befindet. Was heute toll ist, wird in 10 Jahren schon wieder zum alten Eisen gehören. Und Wörter, die man schon lange aus der Mode wähnte, werden wieder populär.

Aber „tu die Mäh mal Ai“ ist schon wieder Teil einer Sondersprache. Ein Extrembeispiel wie mit manchen Kindern von klein auf geredet wird.
Spätz läuft durch die Wohnung und signalisiert mir, dass er ein paar Kalorien in jeglicher Form gebrauchen könnte. Also bereite ich sein Essen vor und rufe: „Wenn du etwas essen möchtest, geh zum Stuhl!“ Er schaut kurz zu mir und läuft zu seinem Hochstuhl, Arme nach oben gestreckt, bereit hochgehoben zu werden.
Meine Schwiegermutter meinte: „Wow, ich hätte gedacht, dass der Satz zu kompliziert für ihn ist. Aber er scheint ihn gut verstanden zu haben.“
Natürlich vermuten meine geschätzten Leser jetzt, dass er wahrscheinlich viel mit Schlüsselwörtern arbeitet. Essen, Stuhl. Und den Rest kennt er. Das ist jeden Tag das Gleiche.

Es wären also auch andere Szenarien denkbar gewesen, wie ich meinen Minimupf zum Stuhl und Essen bewegen kann.

  • Ich hätte ihn einfach packen können und in den Stuhl stopfen.
  • Man könnte einfache Sätze verwenden: Spätz, essen, Stuhl!
  • Oder man schnappt ihn und sagt: Spätz, tu essen, musst du Stuhl sitzen, gell?

Aus diversen Gründen habe ich mich gegen den ersten Fall entschieden: Spätz mag es gar nicht überrumpelt zu werden und mein Rücken muss auch nicht überstrapaziert werden.

Essen, Stuhl. Und dann noch ein Hopp Hopp hinterher. Zu feldweblerisch. Wo sind wir denn?

Und das letzte würde seinen Zweck sicher erfüllen. Ich würde meinem Sohn sicher all die schrecklichen, grammatikalischen Wendungen ersparen. Ein bisschen hört sich das Ganze auch an, wie Kinder ganz am Anfang sprechen.
Aber ich denke, dass Kinder sehr wohl in der Lage sind sich durch solche Fallen zu wursteln und das Wichtigste herauszuhören. Mit Kindern muss man nicht reden, als hätten sie kaum Gehirn.

Ich stelle mir oft vor, wie es wäre, wenn ich den ganzen Tag in Minimupfs Haut stecken würde. Quasi mit dem Bewusstsein, dass ich jetzt habe. Und da will ich doch nicht unterfordert werden. Und irgendwie finde ich auch, dass es etwas mit Respekt zu tun hat richtige und korrekte Sätze zu verwenden. Wenn ich mit ihm rede, wie ich mit jedem reden würde, behandle ich ihn dann auch in den meisten Situationen eher wie eine mir gleich gestellte Person.
Obwohl ich denke ihm was Gutes zu tun und die Sätze auf ein niedriges Niveau runterholze, verschwimmen auch die Grenzen zwischen „Das ist mein Gegenüber-ein Mensch“ und „der checkt ja eh kaum was ich meine“. Kinder geraten in den Hintergrund und man vergisst, dass sie da sind. Dabei verstehen sie mehr als man denkt.
Die folgende Werbung einer großen „Zeitschrift“ (Boäärg!) bringt diese Situation dermaßen auf den Punkt. Besser kann ich es auch nicht ausdrücken.

Naja, mal den ganzen Erziehungskram beiseite. Ich ertappe mich auch oft dabei, dass ich sage: Gib mir mal Mamas Schuhe. Nein, das sind Spätz‘ Schuhe!
Dann schiebe ich oft noch ein verschämtes und leises: Gib mir mal MEINE Schuhe. Nein, das sind DEINE Schuhe…Mann, Mann, Frau Mupf, der ist doch nicht doof!

Schuhe

Nur in der Nacht abstillen!

Jaha, schon wieder ein Stillartikel. Ich bin immer noch nicht fertig damit. Vor zwei oder drei Wochen war internationale Stillwoche und meine Facebook-Pinnwand wurde überschwemmt mit Beiträgen dazu. Ausserdem traf ich mich mit meinem Mütterclub um mal wieder mit unseren PeKiP-Kindern zu spielen. Es war richtig nett, fast alle sind da gewesen und wir haben gequatscht und gequatscht. 

Es gab Kaffee und Kuchen und beim Wort Kaffee wurde mir auf einmal bewusst: Frau Mupf, du bist hier die Letzte die ihr Kind noch stillt. 
Ich will noch nicht aufhören, weil es mir auch die Möglichkeit gibt mich kurz auszuruhen und Energie zu sammeln. Ausserdem ist Minimupf dermaßen begeistert, dass er sein eigenes Ritual entwickelt hat. Er nimmt mich bei der Hand klettert aufs Bett, legt sich aufs Kopfkissen und macht das Stillzeichen. Unsere Stillbeziehung läuft gut, aber in der Nacht möchte ich gerne schlafen. 
Meine Mutter und meine Vermieterin waren sich in diesem Punkt einig: Abstillen NUR in der Nacht? Das geht doch gar nicht!
Glücklicherweise habe ich hier die Gordon-Methode auf Rabeneltern entdeckt. Sehr ausführlich beschrieben, haben wir uns genau daran gehalten. Drei Dinge vorweg, die man wissen sollte bevor man sich dafür entscheidet:

  1. Das Kind sollte älter als 12 Monate sein.
  2. Es sollte nicht gerade in einer schwierigen Phase sein oder krank.
  3. Die helfende Person sollte gerade ein paar freie Tage haben. Bei uns hat sich die Elternzeit angeboten. 
Rechts ist Minimupfens Bett, meins in der Mitte und rechts nächtigt Herr Mupf.

Rechts ist Minimupfens Bett, meins in der Mitte und links nächtigt Herr Mupf.

Hier also mein kurzer Erfahrungsbericht:

In der ersten Nacht
waren wir anderthalb Stunden wach und haben einen völlig aufgelösten Spätz langsam beruhigt und zum Schlafen gebracht. Hier wurde dann noch die Manduca ausgepackt. Zudem hat geholfen ihm das Konzept von „leer“ näher zu bringen. „Nein, Schatz, da gibt es jetzt nix. Es ist leer.“ Wir waren mit den Nerven schon ziemlich fertig. Endlich döste er in meiner Armkuhle ein. Und schlief dann lange in den Morgen hinein. 
Gestillt hatte ich recht kurz, so 3-4 Minuten. 

In der zweiten Nacht
stellten wir uns schon auf eine lange Weinphase ein. Allerdings war hier bereits nach 40 Min wieder Ruhe. Und diesmal mussten wir keine Manduca auspacken. Wir haben noch das Summen und Singen ausprobiert. Bei Spätz hilft am Besten, wenn man regelmäßig einen tiefen Ton ausstößt und die Hand auf seinem Rücken lässt.

Die dritte Nacht
verlief eigentlich gar nicht so schlecht. Ich denke insgesamt waren wir 30 Min wach und das zwei Mal.

Wir haben das Programm für die ersten drei Nächte noch auf die folgenden zwei ausgedehnt, die immer besser liefen.

Dem zweiten Teil des Programms wurde erst mit Unverständnis begegnet. 
Was? Jetzt gibt es nicht mal mehr kurz nuckeln. Aber bereits in der darauffolgenden Nacht war von Minimupf nur ein kurzes Quaken zu hören und er kam zu mir ins Bett gekrabbelt. Ab da konnten wir ihn meistens durch Handauflegen und Summen beruhigen.

Und dann wurde er krank…
Also habe ich ihn auch wieder in der Nacht gestillt. Im Moment gehen wir wieder zurück zu „zwischen 11 Uhr und 5 Uhr nachts gibt es nichts!“ 
Einen Tipp kann ich euch geben: Macht es nicht, wenn eure Schwiegereltern neben dran schlafen! 

Katzenmüpfe

Was passiert eigentlich gerade bei den Katzenmüpfen?
Nachdem Spätz jetzt flott unterwegs ist, kann sich die Katzenfamilie nicht mehr auf dem Boden entspannen. Für Nicki ist das besonders schwierig, da der betagte Herr nicht mehr springt. Also wenn ich so drüber nachdenke, ist er eigentlich noch nie gesprungen.

Nicki geniesst die Streicheleinheit.

Nicki geniesst die Streicheleinheit.

 

Glücklicherweise ist gerade Sommer und unsere Terrasse überdacht. Ein Geschenk des Katzengotts. Und die allerliebsten Schwiegereltern haben einen tollen Katzenbaum gespendet. Die Terrasse gehört den Katzen. Wir müssen regelmäßig Maut zahlen in Form von Deluxe-Katzenfutter, wenn wir auch mal raus möchten.

Die kleine Johanna hatte vor einiger Zeit fürchterliche Zahnschmerzen. Das führte dazu, dass ihr glatt zwei Zähne gezogen werden mussten. Leider haben wir nicht richtig verstanden, dass ihr etwas fehlt und sie hat ein halbes Kilo abgenommen. Jetzt muss sie alles wieder reinholen und will vor dem Winter noch richtig dick werden. Bald kann man Johanna und Nicki nicht mehr voneinander unterscheiden.

Vor ein paar Monaten stellten wir kurz die Möbel um und packten ein paar Sachen weg. Nicki war entsetzt, ihm war deutlich anzusehen, dass er dachte: Boah, nee, ziehen wir schon wieder um!
Ansonsten haben sie die Gegend zu ihrem Zuhause gemacht und ihr holländisch haben sie augenscheinlich auch völlig vergessen.

Johanna und Nicki haben den Weg eingenommen.

Johanna und Nicki haben den Weg eingenommen.

Gefühle verleugnen oder „Das ist nicht schlimm!“

Gefühle verleugnen, gehört in unserem Alltag fest in die Kindererziehung. Ich habe mich selbst schon oft dabei erwischt Sätze zu sagen, wie: 

  • Du kannst noch gar nicht müde sein, du hast doch bis um 4 Uhr geschlafen.
  • Komm, iss was, du hast auf jeden Fall Hunger.
  • Das war doch gar nicht schlimm. Du hast dir nur ein bisschen den Kopf angestoßen. 

Kommt euch das auch bekannt vor? Manchmal sag ich so ähnliche Sätze auch zu Herrn Mupf. Ähnlich wohlgemerkt, nicht die Gleichen.
Dabei hat mich das als Jugendliche schon zur Weißglut gebracht, als mir gesagt wurde: „Du regst dich doch nur künstlich auf.“ Was war denn daran künstlich. Meine Wut war echt. Ich konnte es doch bis in die letzten Fasern spüren, wie es da in mir kochte. Und dann war es künstlich?
Oder früher bei Herrn Mupf: „Zieh dir was Warmes an. Es ist kalt.“ Was? Mir ist gar nicht kalt, das hab ich doch gesagt. Nimmt mich hier niemand ernst?

Kennt ihr auch solche Sätze aus eurer Kindheit? Wie habt ihr euch damals gefühlt, wenn so etwas verleugnet wurde? 
Ich denke von hilflos bis unbändig wütend und defensiv ist alles drin. Also eigentlich Gefühlszustände, die man verhindern will, wenn man auf Kooperation hofft. 

Das erste Mal, dass mich jemand auf diese Verleugnung der Gefühle aufmerksam gemacht hat, war die PeKiP-Tante (Sie hat einen Namen, aber ich nenne sie schon seit jeher so). Spätz fällt hin und ich hebe ihn auf: „Komm, beruhig dich. Ist gar nicht schlimm. Das ist gleich vorbei. Du musst gar nicht weinen.“ Ich ging natürlich davon aus, dass ich ihm damit etwas Gutes tue. Die Argumentation dahinter kann ich heute leider nicht mehr nachvollziehen. 
Daraufhin erwiderte die PeKiP-Tante: „Woher weißt du denn, dass das nicht wehgetan hat?“ Auf einmal wurde mir klar, wenn ich weinend auf dem Boden sitze, dann ist für mich gerade wahrscheinlich die Welt zusammen gebrochen. Und wenn dann jemand mich lapidar abspeist mit „Ist doch gar nicht schlimm.“ fühle ich mich doch gelinde gesagt Schei**. Vielleicht werde ich sogar auch noch ignoriert. 
Ab da habe ich zumindest in dieser Hinsicht mein Tröstszenario geändert: „Das hat sicher weh getan und erschreckt hast du dich auch noch. Pass auf, ich küss mal drauf, dann wird es gleich besser.“ Damit unterstützt man nebenbei auch noch die Theory of Mind-Bildung und das Empathieverständnis.
Minimupf will jetzt übrigens immer sehr gerne auf alles geküsst werden, was er sich angeschlagen, gehauen, gefetzt und geprellt hat. 

Ein Kuss und der Schmerz vergeht.

Ein Kuss und der Schmerz vergeht.

Ich gebe mir redlich Mühe auch in anderen Bereichen auf seine echten Gefühle, nicht auf die von mir gewollten Gefühle einzugehen. Es ist viel schwerer als ich dachte. Man muss genau schauen, was das Gefühl ist und wie man damit umgeht. Ich habe mir unter anderem dieses Buch dazu gekauft.
Ein spätzischer Trotzanfall kann viele verschiedene Gefühle offenbaren. Ich habe gemerkt es ist selten einfach nur Wut und Frust. Manchmal kommt auch noch Angst mit rein oder Trauer und oft auch Müdigkeit. 

Trotzanfall

Trotzanfall

Habt ihr schon Erfahrungen gemacht, in denen eure Gefühle verleugnet wurden?

Quelle: How to talk to Kids so kids will listen & listen so Kids will talk.
Bildnachweis: Flickr: Walt Stoneburner „Kiss“, Liza „Tantrum“