Spätz und die Kinderfrau.

Ich habe mir viele Gedanken zur richtigen Betreuung für Spätz gemacht. Bin ich eine Rabenmutter, weil ich jetzt Vollzeit arbeiten gehe? Schadet es meinem Kind wenn ich nicht mehr den ganzen Tag für ihn da bin? Und was ist das Beste das ich tun kann, damit es ihm und mir gut geht?

Um ihm die Möglichkeit zu geben sich langsam an die neuen Umstände anzupassen, haben wir eine Nanny, Jessi, engagiert. Allerdings keine ausgebildete, sondern eine, die einfach gut mit Kindern kann. Zwischen Spätz und ihr hat es gleich geklappt. Anfangs dachte ich, dass man mindestens zwei volle Wochen Eingewöhnungszeit braucht. Dass das Kind in der ersten Woche quasi noch auf deinem Schoss sitzt und die betreuuende Person nicht gegen die überpräsente Mutter ankommt.
Pah, weit gefehlt. Nach 3 Tagen war Spätz schon am Lächeln wenn er Jessi vor der Tür gesehen hat. Das ich mal eine Stunde weg war, kein Problem.
Nur wenn ich mal auf’s Handy anrufe oder er hinfällt, dann würde er lieber zu mir.

Heute war ich 5 Stunden weg und alles lief problemlos. Er hat sogar zwei Stunden am Stück geschlafen. Als ich zuhause war, durfte ich mich dann aber nicht mehr einfach entfernen.

Meine Mutter erzählte mir, dass eine Freundin auch eine Kinderfrau engagieren wollte. Sie schaute sich 60 Stück an und konnte sich doch nicht entscheiden. Tja, das kann ich auch verstehen. Trifft man die richtige Entscheidung für das Kind?

Glücklicherweise habe ich einen „bitch“-Detektor. Wenn ich mich mit einer Person wahrscheinlich nicht verstehen werde, weil unsere Lebensauffassungen fundamental voneinander abweichen, erkenne ich das bereits auf den ersten Blick. Spätestens aber nach einer kurzen Unterhaltung. Tja und Jessi fällt in die „normaler Mensch“- Kategorie.

Die Nanny und der Spätz

Die Nanny und der Spätz

 

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Kurzes Update

Kurzmitteilung

Ich sitze in der Ferienwohnung und wollte meinen Followern mal ein kurzes Update geben, wie es uns so geht.

Herr Mupf ist zusammen mit den Katzenmüpfen in der alten Wohnung in Stuttgart und packt. Das Umzugsunternehmen wird später alle Möbel abbauen und nach Freiburg transportieren.

Minimupf und ich sind in einer Ferienwohnung in Freiburg und gewöhnen uns langsam an das Kindermädchen. Wir hatten echt Glück. Spätz und sie verstehen sich ausgezeichnet. Heute waren sie sogar schon eine Stunde auf dem Spielplatz ohne mich. Er mag sie sehr gerne, das zeigt sich schon darin, dass er ihr all seine Spielsachen zeigt und von ihr getragen werden möchte. Er sagt auch ab und an mal Mama zu ihr (*schnief*).

Die Ferienwohnung ist wirklich richtig toll und es gefällt mir hier in der Gegend sehr gut. Zudem hat meine Firma angerufen und meinte, dass ich doch erst am 6.10. anfangen kann, da meine Chefinnen im Urlaub sind.
Das passt perfekt, denn Herr Mupf kann erst am 5.10. bei uns in Freiburg sein. Und es gibt mir sogar die Möglichkeit die Eingewöhnung, falls notwendig auf komplette 2 Wochen auszudehnen.

Ein bisschen Angst habe ich natürlich trotzdem. Zum Einen frage ich mich, ob ich nicht saumüde sein werde, weil Spätz in der Nacht nur an mir hängt und sehr früh aufwacht. Zum Anderen frage ich mich, ob er sich gut an diese neue Situation anpassen kann.

Wir brauchen noch ein bisschen Glück!

Tja, ein bisschen Glück brauchen wir noch.
Die gut bezahlte, anspruchsvolle Arbeit habe ich gefunden. Ich habe innerhalb einer Woche eine Wohnung in Radelnähe zum Arbeitsplatz organisiert. Ein Umzugsunternehmen baut die alte Wohnung ab und alles in der neuen Wohnung wieder auf.

Und eigentlich dachte ich, dass ich auch eine adäquate Kinderbetreuung habe. Ok, klar, wir kannten sie noch nicht, aber die Agentur versprach uns: Machen Sie sich keine Sorgen, wir wissen was Sie suchen. Wir haben sicher jemanden im Angebot.

Hmm, bis jetzt war nur eine Kinderfrau dabei, die passt und die wollte gleich fest angestellt werden für 4-5 Jahre. Nach dem Telefonat mit ihr bin ich erstmal in Tränen ausgebrochen und habe meine Mutter angerufen. Das können wir uns doch gar nicht leisten. Wir können uns das halbe Jahr kaum leisten, aber Kindeswohl ist wichtiger als materielle Dinge und wenn wir ans Ersparte müssen. Minimupf darf nur minimal leiden (etwas Leid können wir ihm nicht ersparen, außer ich bleibe zuhause. Dann kommt das Leid in ein paar Jahren*). Aber ich hatte meinen Kopf so voller Dinge, die organisiert werden müssen, dass ich einfach froh war, dass es eine Agentur gibt, die auf Kinderfrauen spezialisiert ist.

Also weiter organisieren und auf ein bisschen Glück hoffen. Am Mittwoch läuft die Zeit ab. Dann beginnen die zwei Wochen Eingewöhnungszeit, die mindestens sein müssen. Und dann haben wir natürlich noch dieses Problem mit der Ferienwohnung. Also: Wir können erst am 15.10. in die Wohnung, aber ich fange schon am 1.10. an zu arbeiten. Das heißt wir müssen erstmal in eine Ferienwohnung. Wohlgemerkt eine 1-Zimmer-Wohnung und das für einen ganzen Monat.

* Mir ist es äußerst wichtig zu arbeiten und auf eigenen Beinen zu stehen. Ich identifiziere mich stark mit meinem Job. Wenn ich jetzt den Absprung nicht schaffe, werde ich in ein paar Jahren sehr unglücklich sein und mein Kind mit mir. Und wahrscheinlich wird meine Beziehung leiden. Trotzdem ist mir auch mein Kind äußerst wichtig. Deshalb mache ich mir viele, viele Gedanken wie ich ihm die Trennung von mir am Einfachsten mache. Natürlich ist mir das Argument geläufig: Wenn du dein Leben der Arbeit verschreibst, brauchst du ja kein Kind zu bekommen. 

Darauf sage ich: Lass mich in Ruhe. Du hast in meinem Leben kein Mitspracherecht!

In einer idealen Welt würde ich natürlich erstmal Teilzeit machen und langsam aufstocken. Aber wir leben nun einmal nicht in einer idealen Welt…

Fast alles kant en klar!

„Kant en klar“ ist ein holländischer Begriff der sich im Mupf’schen Alltag eingebürgert hat. Die Niederländer nutzen sehr viele Fertigprodukte. Dinge müssen fix und fertig sein, nur minimale Bemühungen notwendig sein um es auf den Tisch zu stellen.

Bei uns ist es jetzt auch fast soweit. Wir haben eine neue Wohnung in der Nähe von Freiburg. Mein neuer Job beginnt ja schon am 1. Oktober. Ein Kindermädchen ist auch schon organisiert (wir kennen sie nur noch nicht). Das Umzugsunternehmen steht in den Startlöchern.

Wir müssen jetzt eigentlich nur noch packen. Und ich gehe noch shoppen, denn seit etwa zwei Jahren habe ich mir fast nichts Neues mehr gekauft.

Es wird also temporär etwas ruhiger auf dem Blog.

Puky Wutsch und weg ist er!

Das Puky Wutsch war ein großzügiges Geschenk der Omi (spätzisch: Nemi) zum ersten Geburtstag. Da konnte Minimupf schon sicher und gut laufen. Ich recherchierte im Vorfeld im Internet über den Wutsch und fand kaum zufriedenstellende Auskünfte. Deshalb schreibe ich jetzt mal unsere Erfahrungen auf:

Am Anfang wurde der Wutsch eigentlich ignoriert. Ein bisschen drauf gesessen und geschoben, aber sonst war der Wutsch 3 Monate lang völlig uninteressant. Immer wieder versuchte ich am Anfang den Spätz an seinen Wutsch zu gewöhnen, sicher, dass genau dieses Spielzeug ihm Spaß machen würde. Keine Chance.

Also beschloss ich geduldig auf den Tag zu warten an dem das Gefährt auch für ihn interessant wird. Und siehe da, vor etwa 2 Wochen setzte er sich morgens drauf und wieselte durch die Wohnung. Man konnte ihm die Freude richtig ansehen. Anfangs war es noch etwas unbeholfen. Aber bereits nach 2 Tagen hatte er den Dreh ziemlich gut raus. 
Es gab zu Beginn noch ein paar Probleme mit der Fuß-Rad-Koordination. Ständig stieß er an und verlangsamte sich selbst. Auch das Lenken war nur kurzzeitig schwierig.

Tja, und dann gibt es noch den Abhang. So schnell kommt man fast gar nicht hinterher. Nur um das klar zu stellen: Ich liebe es, wenn es schnell geht. Mit dem Skateboard, Rad oder Snowboard. Mit Schallgeschwindigkeit den Berg runter ist einfach was tolles. Und Minimupf hat das natürlich geerbt. Als wir die ersten Male draußen waren, habe ich ihn noch fest gehalten. Aber dann sagte er nur: Mamaaa! Und schlug mir die Hand weg. Das würde ich auch so machen. Jetzt trägt er halt einen Helm und düst alleine runter. Er bremst selbständig mit den Füßen auf dem Boden und wird langsamer wenn er Richtung Straße kommt. 

Unfälle gab es trotzdem schon ein paar. Fast alle waren nach 10 Sekunden wieder vergessen. Aber gerade heute fährt er mit dem Wutsch gegen die Bordsteinkante und es „lupft“ ihn über den Lenker. Gebremst hat er dann mit der Oberlippe und sich dabei einen Zahn in die Lippe gerammt. Wir waren beide völlig geschockt, denn eigentlich hat er Bordsteinkanten bis jetzt immer mit Bravour gemeistert. 
Aber er wäre nicht mein Sohn wenn er nicht kurz danach wieder mit dem Puky unterwegs gewesen wäre. Herr Mupf war etwas außer sich vor Sorge. Ich habe ihn beruhigt und erklärt, dass ich das auch so machen würde. (Ich bin der Adrenalinjunkie in der Beziehung)

Alles in allem lautet mein Fazit: Der Wutsch ist toll und fördert die Koordination und das Selbstvertrauen. Ein Helm ist Pflicht. Minimupf liebt seinen Puky. 
Man ist schneller unterwegs als wenn das Kind läuft und alle naselang stehen bleibt. 

Puky Wutsch

Puky Wutsch

Organisation, Herzblut und Charme!

Leute, Leute!

Frau Mupf hat einen Job. 
Aber erstmal von Anfang an: Am Donnerstag den 21.08.2014 sitze ich am Laptop, Handy auf lautlos und surfe ein bisschen. Spätz schläft. Auf einmal blinkt mein Handy, wahrscheinlich wegen leerer Batterie. Aber vorsichtshalber nehme ich es mal in die Hand: Aha, ein Anruf von einer mir unbekannten Person: „Wir wollen Sie gerne nächste Woche Freitag zum Vorstellungsgespräch einladen.“ Ich war erstmal verdutzt: „Ähm ja, gerne, hehe, super. Toll, vielen Dank für ähm das Gespräch.“ Das war doch der Job, dieser Eine den ich unbedingt wollte. Erstmal Herrn Mupf Bescheid sagen und freuen…

Hyperdrive engaged. Ja, der Hyperdrive ist bei mir ein Gemütszustand. In diesem Zustand kann in sehr kurzer Zeit unheimlich viel erreicht, Wissen gelernt und Ressourcen mobilisiert werden. Als erstes habe ich mir dieses Buch auf mein Kindle gezogen: Im Vorstellungsgespräch überzeugen. Als Nächstes hab ich meinen Jobcoach angerufen, die leider im Urlaub waren.

Und dann habe ich einfach alle Fragen gepaukt und geübt. Herr Mupf kann sich jetzt auch bewerben. Es ist wirklich unheimlich viel Arbeit. Ich habe eine Woche lang jede freie Minute damit verbracht. Auch meine Schwägerin, die Personalerfahrung hat, scheuchte mich durch ein Skypeinterview. Sie hat mich auf die fiesen Fragen unter Stress vorbereitet. Vielen Dank hier also an Schwägerin und Herrn Mupf.
In letzter Sekunde hat mein Jobcoach noch angerufen und mich zu einem Notfallgespräch eingeplant. Die Tipps die sie mir gegeben hat, waren einfach phänomenal:

  • Orientiere deine Selbstpräsentation an der Stellenanzeige. Also in etwa so: In Ihrer Stellenanzeige suchen Sie eine Modeberaterin, dass hat mich gleich angesprochen, denn da habe ich Erfahrung… Diese Kenntnisse will ich bei Ihnen gerne weiter einsetzen.
  • Gebe während der Selbstpräsentation eine Schwäche zu. Das macht dich glaubwürdig und sie fragen vielleicht später nicht danach. Hey und deine Schwäche ist eine echte Schwäche, nicht so ein: Ich arbeite zuviel.
  • Sag, dass du aufgeregt bist, wenn du aufgeregt bist. Das macht dich nur menschlich und man fühlt sich mit dir verbunden.
  • Teile mit, dass du den Job auch wirklich willst und sage häufig den Namen der Stellenanzeige: Ich bin äußerst motiviert als Konfektionierer in ihrem Unternehmen XY zu arbeiten. 

Tja und dann kam das Erstgespräch. Ich war aufgeregt, aber ich fühlte mich gewappnet. Das Gespräch war toll. Wir haben wirklich eine Verbindung aufgebaut und ich dachte: Das sind sie, deine neuen Kollegen.

Und am gleichen Tag kam die Einladung zum Zweitgespräch. Schwuppdiwupp. Ob ich am Montag Zeit hätte. Natürlich hab ich Zeit 😀
Nur ein zweites Outfit hatte ich natürlich nicht dabei. Mhm, noch ein bisschen Energie aus dem Hyperdrive geholt und ein Seidenblüschen gekauft. 
Das Zweitgespräch habe ich wie mein Jobcoach sagen würde: Gerockt! 

Dann kamen die Folgen des Hyperdrives. „With great power comes great responsibility“ War es genug? Hatte ich hier wirklich mein Bestes gegeben? Gibt es Andere, die kein Kind haben und besser qualifiziert sind? Muss ich ihnen die Beine brechen? 
Nach einem telefonseelsorgerischen Anruf meines Jobcoachs schrieb ich also heute eine Dankesmail und dachte mir: Der Ball liegt jetzt bei ihnen. 

Dann kam der Anruf: Wollen Sie den Job? 

  • Ja, klar!
  • Aber Sie kennen die Vertragsbedingungen nicht.
  • Es wird schon gut sein was Sie mir anbieten 😀

Und jetzt muss ich wieder meinen Hyperdrive anschmeißen.

  • Eine katzen- und kinderfreundliche Wohnung muss bis zum 1.10. organisiert sein.
  • Ein Blumenstrauß an die Jobcoaches
  • Eine Kinderfrau für Spätz
  • Ein Umzugsunternehmen
  • Abstillen tagsüber
  • Alles kündigen
  • Alles neu anmelden

Na, was denkt ihr? Habt ihr noch Fragen?