Die Agentur für Arbeitssuchende

Hier kommt jetzt ein Update zu meiner Arbeitssuche. In meinem letzten Artikel bin ich auf meine Vorbereitung und den Jobcoach eingegangen. Und weil mir ein Coach nicht genug ist, habe ich mich bei der Bundesagentur für Arbeit arbeitssuchend gemeldet. Arbeitslosengeld steht mir nicht zu, da ich nur im Ausland gearbeitet habe und zumindest seit meiner Rückkehr nicht in Deutschland. Das finden die Deutschen bei aller Liebe zur EU nicht so besonders toll und deshalb steh ich jetzt ohne Knete da. Aber ich hab ja Herrn Mupf, deshalb ist das alles halb so schlimm.

Immerhin hatte ich Anspruch auf einen Beratungstermin beim Akademikerteam der Agentur. So etwas erfordert im Hause Mupf akribische Planung: Wer übernimmt für wie lange den Minimupf? Was ziehe ich genau an? Welche Fragen kann ich klären? 
Die meisten Leute, die ich über den Termin informierte, die bereits Erfahrung mit der guten Agentur gemacht hatten, schlugen wahlweise die Hände über dem Kopf zusammen oder klatschten vor Schadenfreude mit eben jenen.
Der Konsens war offensichtlich: Die Agentur für Arbeit ist wertlos und wird mir nicht weiterhelfen.

Ich wollte trotzdem nichts unversucht lassen. Es ist mir wichtig einen tollen Job zu finden, in dem ich aufgehen kann. Also kamen die Schwiegereltern und spazierten mit Spätz durch den „Flecken“ (anscheinend schwäbisch für „das Dorf“). Ich unternahm derweil eine nicht ganz stressfreie Autofahrt durch die zugeklebten und durchgestauten Stuttgarter Straßen bis zur Agentur. Genau 3 Minuten vor dem Termin stand ich im Hosenanzug und Bluse vor einer nichtssagenden Tür im dritten Stock. Anklopfen oder warten? 

Die Beraterin des Akademikerteams war sehr freundlich und hat sich fast einer Therapeutin gleich meiner Probleme angenommen. Die drückendsten Probleme hatte ich ja bereits mit dem Coach geklärt. Hier ging es mir eigentlich nur um die Finanzierung einer Weiterbildung. Selten hat sich jemand auf einem Amt so eingesetzt für mich. Sie konnte einfach nicht akzeptieren, dass ich nach langer Berufstätigkeit kein Geld bekomme. 

Einige Kritikpunkte hatte sie trotzdem noch an meiner Bewerbung. Das Prägnanteste war sicher mein Bewerbungsfoto. Damals als Studentin machte ich für stolze 50 Euro ein Foto. Das war für mich das Äquivalent für eine Woche Essen. Dieses Foto habe ich einfach recycelt und für jede Bewerbung verwendet. Und genau seh ich auch aus: Naive Studentin sucht anspruchslosen Job. 
Ein neues Bewerbungsfoto muss also her. 
Etwas das ich aber definitiv aus diesem Gespräch mitgenommen habe ist, dass ich mich nicht unter Wert verkaufen sollte. Lieber warten und den Jobmarkt analysieren oder eine Weiterbildung machen, als einen schlechten Job annehmen. Aus so einer Position komme ich nicht mehr heraus. 
Die Idee mit der Weiterbildung hat sie von ganzem Herzen unterstützt. 

Im Großen und Ganzen bin ich gestärkt aus dieser Erfahrung herausgegangen. Mein großes Problem war sicherlich, dass ich auf keinen Fall einen Job wollte für den ich sehr überqualifiziert bin, der mir keinen Spaß macht und in dem ich verdiene als wär ich Straßenkehrer. Der Stein, der sich schon in meinem Bauch gebildet hatte, wurde aufgelöst. 

SeeBildnachweis: Junichi Ishito Flickr

 

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Über mupfens

Wir sind eine Familie, bestehend aus: Mupf, Anfang 30, weiblich und Herr Mupf, Anfang 30, männlich Minimupf, Ende Mai 2013 geboren und zwei Katzenmüpfe. Der Dicke ist schon 13 Jahre alt und die Kleine erst 4 Jahre alt. Ich interessiere mich für wissenschaftliche Artikel, Stricken und Spiele aller Art. Herr Mupf interessiert sich für Videospiele und Spiele aller Art. Im Moment bin ich Vollzeitmama und Herr Mupf arbeitet für ein grosses Unternehmen zuhause.

2 Gedanken zu „Die Agentur für Arbeitssuchende

  1. Ich verfolge deine Arbeitssuche ja mit ziemlichem Interesse…mir geht es nämlich lustigerweise (?) ähnlich. Habe nach dem Studium im Ausland gearbeitet und dann in Deutschland ein Jahr lang selbstständig. Dabei sprang aber nicht wirklich was raus, das habe ich nur gemacht, um zumindest im Thema zu bleiben und dementsprechend habe ich nichts in die Sozialkasse eingezahlt. Also: keinerlei finanziellen Ansprüche, die ich fordern darf. In der Schweiz dann sowieso gar nicht. Daran habe ich immer noch zu beißen und ich muss mich wirklich mal daran setzen, den Arbeitsmarkt zu durchstöbern. VIelleicht sollte ich mit dem Bewerbungsfoto anfangen…das stammt bei mir nämlich auch noch aus Studienzeiten 😉

    • Ps: Immerhin hat mein Foto 75 Euro gekostet. Die Fotografin hat mich gezwungen, mit Aktentasche unterm Arm im Treppenhaus zu posieren, weil das angeblich total angesagt war und „egagierte junge Bewerberin“ ausdrückte! Die Bilder kann man echt nur ins Fotoalbum kleben 😀

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