Wie arbeiten die Mupfens?

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MupfZeichnung-fertig

Erklärend muss man dazu sagen, dass Herr Mupf von zuhause arbeitet. Er muss nur schick aussehen für die Webcam.

Und weiter ergänzend möchte ich hinzufügen, dass ich keine Hände malen oder zeichnen kann. Darum haben wir auch einfach keine.

Spätzens Gedankenwelt: Was geht in dir vor?

Ich habe letztens hier ein Video verlinkt von einem kleinen Mädchen, dass zeigte wie toll sie sich bereits mitteilen kann. Dafür muss sie noch nicht sprechen, sondern macht eine kleine Geste und ihre Eltern wissen was sie meint.

Wie Babygebärden funktionieren wird in diesem interessanten Artikel erklärt auf dem Wunschkind-Blog.

Das erste Mal in Kontakt gekommen bin ich mit den sogenannten baby-signs bei einer Bekannten. Ihr Sohn wuchs mit sage und schreibe drei Sprachen auf und sie erwartete, dass er etwas brauchen werde bevor er alle Wörter aussprechen kann. Also hat sie sich auf die Babyzeichen gestützt. Das ging auch echt gut und man verstand ihn lange bevor er sich sprachlich mitteilen konnte.

Nach diesem Erfolgserlebnis nahm ich mir vor das bei meinem Kind so ähnlich zu machen. Auf youtube findet man unzählige tolle Videos, wie man die verschiedenen Gebärden benutzt und ausübt.
Für Minimupf entschieden wir uns für folgende Gebärden:

Seit er ungefähr fünf Monate alt ist, machen wir ihm diese Zeichen vor. Dazu sagen wir immer das Wort und variieren die Sätze. Er schaut uns dabei mehr oder weniger interessiert zu. Mir war klar, dass es etwas dauern kann, bevor er anfängt die Zeichen aufzunehmen.

Unser Abendritual ist immer das Gleiche. Sobald es zu dunkeln beginnt, gehe ich mit Spätz auf dem Arm zum Rollladen um ihn herunter zu lassen. Danach wird unser schöner Stern angemacht. Zum Stern wird natürlich das Zeichen gemacht und gesprochen.
Letztens hat Minimupf dann schon selber gebärdet *Stern*. Er sass in seiner Box und es war Zeit für den Stern. Er schaut mich an, wartet auf meine Aufmerksamkeit, schaut zum Stern und macht *Stern*.

Stern

Stern

Ich war ganz aus dem Häuschen. Herr Mupf erzählte mir, dass Spätz das schon am Morgen gemacht hatte.

Jetzt hat er angefangen *Tschüss* zu gebärden. Und als wir ihn vorhin ins Bett bringen wollten, macht er das Zeichen für *Stillen*.
Manchmal sind wir uns nicht ganz sicher, aber es wird immer mehr und es passt auch meistens zu dem was gerade passiert. Wir lassen uns überraschen und freuen uns schon auf zukünftige Einblicke in Spätzens Gedankenwelt.

Kleiner Junge beim Skaten!

Als ich noch jung war, konnte man mich häufig in und um die Halfpipe meines Heimatortes finden. Wenn es nicht geregnet hatte, waren wir dort.
Mein kleiner Bruder konnte schon im zarten Alter von sechs Jahren einige Tricks und bald darauf auch die Halfpipe hoch und runter fahren.
Ich erinnere mich sogar noch an Pfingstferien, in denen wir mit unserer Skategruppe jeden Skatepark in der Gegend abgeklappert haben, auf Inlinern, Skateboards und gelegentlich war auch mal ein BMX dabei. Richtig toll war das und unsere Bauch- und Beinmuskeln waren aus Stahl.
Bis ich dann an einem schicksalsschweren Tag 6 Meter ungebremst in die Tiefe gestürzt bin und mir nur die Nase gebrochen habe, aber danach war ich nicht mehr dieselbe und traute mich nur noch wenig zu fahren.

Ganz anders dieser kleine Junge:

Video

Da muss ich wohl für Minimupf demnächst einen Helm und sein eigenes Board organisieren. Auf meinem Longboard war er ja schon und er fand es einfach total super.

Mein grosser Kritikpunkt an diesem Video ist, dass der Junge keinen Helm trägt. Das ist mein Appell an alle, die ihr Kind auf ein Brett stellen: Wenigstens ein Helm muss getragen werden. Egal wie uncool das aussieht. Die helmlosen Folgen sind noch viel uncooler!

Nachtrag: Es ist natürlich total unverantwortlich, dass der Junge überhaupt keine Kleidung oder sonst einen Schutz trägt.

Und was wird Spätz später mal?

Ich bin eingeladen worden vom mamafraumensch-Blog, bei diesem zukunftsweisenden Projekt mitzumachen. Nämlich basierend auf den jetzigen Talenten des Spätz zu erraten was er später mal wird. Schwierige Angelegenheit finde ich, denn niemand geht davon aus, dass der eigene Sohn einmal den ehrenwerten Beruf des Buchhalters oder Steuerberaters ergreift. Ein bisschen mehr Glamour darf es schon sein, oder?

Angefangen mit diesem Projekt hat der verflixtealltag-Blog mit diesem Link.

Die Top 7 der Berufsambitionen des Minimupfs mit Begründung und allem:

1) Zirkusdompteur/Katzenbändiger
Spätz denkt sich: Ich krieg dich schon noch und dann kuscheln wir!

Dicker Kater ganz schnell!

Dicker Kater ganz schnell!

2) Höhlenforscher
Er ist ein absoluter Fan von dieser Höhle. Er krabbelt mindestens 20 Mal durch und er dreht sich auch bevorzugt in der Mitte um. Total ungewöhnlich ist, dass er sich auch manchmal einfach hinlegt und sich eine Ewigkeit von mindestens 3 Sekunden ausruht!

Was wohl am anderen Ende der Höhle ist?

Was wohl am anderen Ende der Höhle ist?

3) Gerüstkletterer
Wie ein echter Gerüstkletterer kennt Spätz keine Angst vor Abgründen, allenfalls leichten Respekt. Wenn es doch mal zu tief oder zu weit ist, muss man ja nur kurz den Mamaexpress rufen für eine sichere Überführung.

Dieser Abgrund ist doch ein Klacks!

Dieser Abgrund ist doch ein Klacks!

4) Ausdruckstänzer
Minimupf tanzt wirklich gerne. Mit mir oder alleine im Laufstall, Hauptsache es gibt Action und es wird gewippt.

Tadaa!

Tadaa!

5) Vertriebler/Manager
Omi vermutet ja das Minimupfens Vorliebe für den Laptop daher kommt, dass wir ständig davor sitzen. Ich glaube ja, dass es daher kommt, dass so etwas genetisch einprogrammiert ist. Minimupf kann auf jeden Fall prima mit dem Laptop umgehen.

Klack Klack, Tsching. Klack.

Klack Klack, Tsching. Klack.

6) Marktschreier
Es wird viel und gerne artikuliert. Die Aufmerksamkeit auf sich ziehen, kann er ja spitzenmässig.

Ich sag's euch. Die besten Bananen gibt es hier!

Ich sag’s euch. Die besten Bananen gibt es hier!

7) Wissenschaftler
Das ist genetisch. Ausserdem will er einfach alles ganz genau wissen. Ist das ein Fussel oder im Boden drin? Kriegt Mama jedesmal einen Herzanfall wenn ich an den Kabeln ziehe?

DNA Ausfällung mit Ethidium Bromide.

DNA Ausfällung mit Ethidium Bromide.

Video der Woche: Prince Spääätzz

Ich weiss ja nicht wie ihr wickelt, aber bei uns wird häufig mit einer abgeänderten Version dieses Liedes gewickelt:

Ihr müsst euch einfach Herrn Mupf vorstellen, wie er anstatt Prince Ali Prince Spääätzi mit Hingabe schmettert. Manchmal sind auch schauspielerische Einlagen dabei. Ein echtes Ereignis und Minimupf lacht sich einen Ast.

Den Circle of Life von König der Löwen wurde vor allem am Anfang (erste 12 Wochen) viel gesungen mit dem obligatorischen Hochhalten des Babys. Da bekomm ich gleich wieder feuchte Augen vor Rührung.

Interview mit Dr. Adriana Weisleder

Ich hatte die Chance ein Interview mit der Autorin der Studie „Kinder lernen durch Gespräche“ zu führen. Vielen Dank auch an WebEx, die mir die Software für das Interview zur Verfügung gestellt haben. Das Interview war 50 Minuten lang und ich stelle hier natürlich eine stark gekürzte Variante zur Verfügung.

Hallo Adriana, ich bin wirklich sehr froh, dass du Zeit hast, dieses Gespräch mit mir zu führen. Hier gleich die erste Frage:
1. Gibt es eine kritische Zeit, in der man unbedingt mit Kindern reden sollte?
Das ist eine schwierige Frage und hier gibt es verschiedene Meinungen. Wenn das Kind vor dem Alter von 7 Jahren nicht in Kontakt mit einer Sprache gekommen ist, wird es diese Sprache nicht so lernen, wie seine Muttersprache.
 Spracherwerb ist eine akkumulative Fähigkeit. Je mehr Sprache die Kinder hören, desto schneller entwickeln sie eine bessere Sprachfähigkeit. Aber eine kritische Phase festzulegen ist schwierig. Soviel ist allerdings sicher, mit 3 Monaten unterscheiden sie schon verschiedene Geräusche und mit 6 Monate bereits einige häufig genutzte Worte. 

2. Einige Mütter haben vor allem anfangs Schwierigkeiten mit ihren Sprösslingen viel zu reden. Ist das schlimm?
(lacht) Keine Sorge, wenn du am Anfang nicht soviel redest. Es geht mehr darum, dass du auf dein Kind eingehend antwortest. Das heisst, wenn dein Kind ein Signal sendet, solltest du immer irgendwie darauf reagieren. Dadurch lernt das Baby die Grundform der Kommunikation.

3. Gibt es auch den Fall des „zuviel mit dem Kind“-sprechen?
Wir haben in unserer Studie keine negativen Effekte herausgefunden. Auch aus der Literatur ist mir nichts bekannt. Aber es gibt eine Reizschwelle, wenn diese überschritten ist, wird aus dem Gesagten, keine weitere Information mehr herausgezogen.
Wichtig ist, dass man sich auf das Kind einlässt beim Sprechen. Man sollte sie in das Gespräch mit einbeziehen. Es kann leicht passieren, dass das Hauptaugenmerk beim Sprechen schnell nicht mehr auf dem Kind liegt.
Das ist auch das Wichtige an den Gesprächen mit dem Kind. Man sollte darauf achten: Wo liegt die Aufmerksamkeit des Kindes? Sprechen wir über die Dinge, die ihre Aufmerksamkeit anziehen?
Wenn das Kind etwas ganz anderes anschaut als das worüber wir gerade sprechen, ist es nicht nützlich.

4. Wie unterscheidet das Kind zwischen Gesprächen mit dem Kind und mitgehörten Gesprächen?
Naja, wir können natürlich nur von der Perspektive der Eltern ausgehen. Ein 18 Monate altes Baby kann einem Gespräch zwischen Erwachsenen einfach noch nicht folgen. Wenn es dann 5 Jahre alt ist, ändert sich das wahrscheinlich (lacht).
Wüsste man was genau das Kind als Gespräch ansieht, könnte man die Wortschatzerweiterung natürlich schneller vorantreiben.
Das Kind braucht Zeit um dem Sinn eines Erwachsenengesprächs zu folgen. Schliesslich ist Sprache ja der Aufbau auf zuvor Gehörtes und Verstandenes. Ausserdem wenn man mit Babys spricht, benutzt man ja eine sogenannte Ammensprache. Man geht also hoch und runter mit der Stimme und benutzt einfache Worte. Das nimmt natürlich die Aufmerksamkeit des Babys in Beschlag.

5. Was sagst du eigentlich zu den ganzen elektronischen Spielsachen, die mit dem Kind reden? 
Viele Studien haben bereits gezeigt, dass Medien schlecht sind für die Sprachentwicklung von kleinen Kindern. Dies liegt an zwei Gründen: Für die Sprachentwicklung braucht man a) die prompte und adäquate Reaktion auf Laute, die gemacht werden und b) die sprechende Person sollte über das sprechen, was die Aufmerksamkeit des Kindes auf sich zieht.
Diese beiden Dinge sind nicht gegeben beim Fernseher.Zudem verpassen die Kinder so die Möglichkeiten ihre Sprache auszuprobieren.
Elektronische Spielsachen sind wenigstens aktivierbar und reagieren auf das Kind, aber sie reagieren nicht auf den Fokus des Kindes.

6. Welche Studie würdest du durchführen, wenn du endlose Ressourcen hättest?
Ich würde den Kindern aus der Studie folgen in etwa 7 oder 8 Jahren und versuchen herauszufinden, wie es ihnen jetzt schulisch geht. Sind sie tatsächlich besser?

7. Welche berufliche Laufbahn hast du durchgemacht um dahin zu kommen wo du jetzt bist?
(lacht) Ich bin natürlich versehentlich das geworden was ich bin. Erst habe ich Biologie und Chemie studiert, aber recht schnell einige Vorlesungen in Entwicklungspsychologie besucht. Das hat mich so fasziniert, dass ich dort weitergemacht habe.
Im Moment bin ich PostDoc an der NYU (Nach dem Doktor wird man Post Doc. Die NYU ist die New York University). Ich arbeite mit einem Kinderarzt zusammen. Wir helfen Familien, die geringes Einkommen haben und zeigen ihnen wie sich die Eltern-Kind-Beziehung verbessern lässt.

Vielen Dank für dieses Interview. Ich hab auf jeden Fall einiges gelernt und die Zeit war leider viel zu kurz. 

Dr. Adriana Weisleder

Dr. Adriana Weisleder

Hier noch mein Interview über Motorik mit Michele Lobo.

Dinge, die meine Vermieterin sagt (Teil 4)

Neulich klingelt unsere Vermieterin an der Wohnungstür. Ich schnappe mir den Minimupf und mache auf. Die Vermieterin ist ganz vernarrt in Spätz und lächelt ihn gleich an, er lässt es sich nicht nehmen und strahlt zurück.

Vermieterin (V): Oooh, wir haben uns ja lange nicht gesehen, kleiner Mann.
Mupf (M): Ja, wir laufen uns gar nicht so oft über den Weg im Winter. Der kleine Mann hat schon eine ganze Menge gelernt seit Sie ihn das letzte Mal gesehen haben.
V: Soso. Was kannst du denn schon, Schätzle?
M: Er läuft jetzt an Möbeln entlang.
V: Na, dann dauert es nicht mehr lang bis du auch laufen kannst, gell? (guckt zu mir) Dann müssen Sie so eine, na, wie heisst das noch… eine Leine kaufen. Vielleicht hab ich sogar noch eine von meinen Kindern. Soll ich mal schauen?
M (Ich schaue geschockt zu Herr Mupf, der sich zu uns gesellt hat): Ne-eein, ähm, das ist nicht nötig. Wenn es ganz schlimm kommt, dann komme ich vielleicht auf das Angebot zurück.

Kind an der Leine

Kind an der Leine

Bildnachweis: Flickr von Redden-McAllister