Musikalischer Hund

Mit der musischen Frühförderung kann man ja nie früh genug anfangen. Zumindest haben sich das unsere Freunde gedacht und uns diesen musikalischen Hund geschenkt.

Am Anfang dachte ich nur: „Uiuiui, der ist ja riesig. Da braucht Spätz ja noch ewig bevor er was damit anfangen kann.“
Falsch gedacht. Spätz war schon mit 6 Wochen begeistert. Der „Wauzi“, wie er liebevoll genannt wird vom Hersteller, riecht nach Vanille bzw. nach Keksen. Und riechen können die Minis ja schon am Anfang.
Außerdem knistern die Ohren. Und ich kenne kein Baby was knistern doof findet. Knistern kommt einfach immer gut an. Die Lauscher des Hundes sind so geformt, das Minimupf keine Probleme hatte seine Greif-Skills daran zu üben.
Was ich auch unterschätzt habe war, dass die enorme Größe des Hundes nicht etwa einschüchternd wirkte, sondern animierend. Spätz hat immer wieder versucht ihn hoch zu heben und war stolz wie Oskar, wenn es gelungen ist.

Ich fand die Farben eigentlich wirklich schrecklich und wollte meinem Kind nicht so ein buntes Quietscheding zumuten. Aber das Kind entscheidet hier mit.

Leider ist Minimupf einfach noch zu klein, um das letzte Feature an dem Hund zu nutzen. Die Trötebeine. Dafür braucht es einen Erwachsenen, der die Tröten zusammen drückt und damit die Laute erzeugt. Ich sehe das als ausbaufähiges Spielzeug, dass ihm auch mit zwei Jahren noch gefällt.

Fazit: 5 von 5 Sternen
Prima Geschenk im ganzen ersten Jahr

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Verstärkter Umgang mit Babys (Ergebnisse)

Hier kommt jetzt der Ergebnisteil zu diesem Post und dieser Studie:

Noch einmal kurz die Studie zusammengefasst:

  • 8 Wochen alte Babys wurden einem 3-wöchigen Trainingsprogramm unterzogen.
  • Das Trainingsprogramm wurde von Physiotherapeuten und Kinderärzten entwickelt
  • Das Ziel des Programms war die Säuglinge Positionen auszusetzen, die erst später relevant werden (sitzen, stehen, sich schräg im Raum befinden). Dadurch, so war die These, werden sie bereits früh daran gewöhnt und das Gehirn hat länger Zeit sich vorzubereiten.

Ergebnisse:

– die Kinder waren alle etwa 8 Wochen alt und haben alle auf dem Rücken geschlafen.
– alle Kinder hatten etwa den gleichen motorischen Entwicklungsstand
– die Tage, an denen mit den Kindern geübt wurde, waren auch gleich bei beiden Gruppen. Trotzdem konnten sich die Säuglinge am Ende des 3-wöchigen Programms schon besser bewegen. Das heisst sie konnten sich besser abstützen als die Kontrollgruppe. (Diese Fortschritte werden mit einem AIMS-Test gemessen. Leider konnte ich dazu kaum Informationen finden)

– die Säuglinge aus der experimentellen Gruppe hatten auch verbesserte Testergebnisse nachdem das Programm abgelaufen war. Besonders zwischen 3 und 5 Monaten:

  • die Hände wurden häufiger in die Mitte bewegt
  • mehr Interaktion mit einem Objekt (greifen)
  • Kopf gerade halten
  • generell bessere Haltung

–  es wurden auch zwischen dem 8. und 12. Monat längerfristige Veränderungen festgestellt, insbesondere:

  • in der Fortbewegung (robben und krabbeln), etwa 5 Wochen früher
  • konnten etwa 6 Wochen früher alleine laufen
  • greifen (von einer Hand in die andere geben), etwa 2.5 Wochen früher

– das Programm änderte die Verhaltensweise der Betreuer gegenüber den Kindern nachhaltig. In der experimentellen Gruppe wurden die Kinder von den Betreuern anders behandelt und positioniert. Die Kontrollgruppe profitierte von einem sozialeren Spiel mit ihren Kindern.

Diskussion

Die Kinder wurden einem recht kurzen Programm unterzogen und doch war der Effekt noch lange bemerkbar. Wie ist das zu erklären?

  1. Die Fähigkeiten, die sich entwickeln, entstehen aus verschiedenen Erfahrungen, die sich die Säuglinge aneignen können. Dies geschieht nur, wenn sie diese auch machen können.
  2. Die Auffassungsgabe und Wahrnehmung der experimentellen Gruppe wurde durch die verstärkte Positionierung erhöht. Vor allem ist die vermehrte Zeit die auf dem Bauch verbracht wurde wichtig.
    Dadurch werden Objekte besser erforscht und Erfahrungen gesammelt. Durch das gestützte Sitzen oder Stehen wird der Raum spielerisch erforscht und gibt den Kindern diese Erfahrungen mit.
  3. Säuglinge, die den Raum schon auf die beschriebenen Arten erfahren konnten, haben wahrscheinlich ein besser vorbereitetes neuromuskuläres System. Hierdurch konnten sie auch ihre Muskeln besser an die verschiedenen Stellungen anpassen. Die verschiedenen Positionen haben vielleicht auch die neuronalen Verbindungen gestärkt.
  4. Die Erfahrungen, die die Kinder bereits gemacht haben, waren nicht mehr so neu, als sie dann selbst in der Lage waren aufrecht zu stehen. Dadurch konnten sie sich unter Umständen einfach schneller anpassen.
  5. Die Wechselbeziehung zwischen Betreuer und Säugling hat sich geändert. Die Betreuer sind vermehrt auf ihre Kinder eingegangen und haben sich mehr mit ihren Bedürfnissen beschäftigt.
    – Die Kontrollgruppe hat ein verbessertes soziales Spiel entwickelt.
    – Während die experimentelle Gruppe ein verbessertes körperliches Spiel entwickelt hat.
    Die verbesserte Wechselbeziehung lässt darauf schliessen, dass auch nach dem Ende des Programms weiter gemacht wurde.

Die Bedeutung der Studie

  1. Es ist wichtig wie sich die betreuende Person um die Kinder kümmert. Der Umgang und das Positionieren haben einen langfristigen Einfluss auf die Kinder.
  2. Die Studie unterstützt die Aussage, dass Verhalten aus einer Vielzahl von Faktoren zusammensetzt: Wechselbeziehung zwischen Betreuer und Kind, Fähigkeiten des Säuglings und die Umwelt. 

Dieses Programm könnte Anwendung finden im sozialen und medizinischen Bereich.

Kinderbuch vom Bruder Mupf

Der Onkel des Minimupfes ist kreativ überaus begabt. Netterweise lässt er uns schon einen Vorabblick werfen auf einen Auszug seines Schaffens.

Bruder Mupf hat netterweise ein Bild zur Verfügung gestellt:

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Einfach nur schön 🙂

Wer sind die Mupfens?

Wir sind eine Familie, bestehend aus:
Mupf, Anfang 30, weiblich und Herr Mupf, Anfang 30, männlich

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Minimupf, Ende Mai 2013 geboren

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und
zwei Katzenmüpfe. Der Dicke ist schon 13 Jahre alt und die Kleine erst 4 Jahre alt.

Das ist der Dicke:

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Und das die Kleine:

Die Kleine

Ich interessiere mich für wissenschaftliche Artikel, Stricken und Spiele aller Art.
Herr Mupf ist häufig vor seinem PC zu finden und liebt Videospiele und Spiele aller Art.

Im Moment bin ich Vollzeitmama und Herr Mupf arbeitet für ein grosses Unternehmen zuhause.
Aber früher, da war ich noch ambitionierte Labormanagerin in einer Uniklinik in Amsterdam. Ich habe Biologie studiert und interessiere mich deshalb für alle möglichen Studien.
Ich erfahre immer wieder, dass zwischen Wissenschaftlern und dem Rest der Welt eine Art Unverständnis herrscht. Es gibt soviele interessante Publikationen da draussen. Die muss man unter’s Volk bringen.

„Willst du ein Kind mit mir?“

Der erste Post von Herrn Mupf mit einem Thema, dass ihm sehr am Herzen liegt:

Ich denke, bei vielen Männern läuft ein kalter Schauer den Rücken herunter, wenn der Partner diese Frage stellt. Bei mir war es sicherlich so und das gebe ich auch ganz offen zu. Bei mir standen Kinder nicht auf dem Lebensplan (was unter anderem daran liegt, dass ich mir nie einen richtigen Lebensplan gemacht habe).
„Warum willst du denn Kinder?“, fragte ich Mupf, „Die sind doch nur laut, rotzen ständig vor sich hin, heulen, kreischen und außerdem mögen sie mich nicht.“ Vorteile gab es meiner Meinung nicht.

Aber Mupf, das war klar, wollte unbedingt Mutter werden. Das stand schon sehr früh in unserer Beziehung fest. Ich war aber nicht bereit dazu, Vater zu werden. Es gab immer einen guten Grund (bzw. eine schlechte Ausrede), keine Kinder zu bekommen. Zuerst das Studium abschließen, zuerst einen festen Job finden, erst noch einen besseren Job finden, eine große Wohnung sollten wir auch haben, etc. Aber abgesehen davon, konnte ich mich einfach nicht in der Vaterrolle sehen.

Ich habe über die Jahre hinweg von vielen Verwandten und Freunden immer wieder gut gemeinte Ratschläge erhalten. Immer die gleichen Klischees.
„Du wirst sicher ein guter Vater!“
„Mit der Zeit wird sich deine Meinung über Kinder sicher ändern!“
Und der Favorit: „Das ist alles ganz anders, wenn es dein eigenes Kind ist!“

Eines Tages besuchte ich dann einen Freund, der selbst erst vor einigen Monaten Vater geworden war. Dieser Typ war so ein richtiger Mann-Mann; er hatte eine Zeit als Türsteher gearbeitet, hatte einen 50-Zoll Plasmafernseher mit Surroundanlage auf dem ständig Fußball und Kinofilme liefen und hatte ein Faible für Zigarren.
Gerade von so einer Art Kerl bekam ich etwas zu hören, dass mich innerlich total durchgeschüttelt hat:

„Weisst du, Frauen – die wissen wann sie bereit sind Mutter zu sein. Bei denen macht es ‚klick‘, und sie wissen, dass sie jetzt ein Kind wollen. Männer haben das nicht. Als Mann wirst du nie bereit sein, ein Kind zu haben. Aber: sobald das Kind da ist, bist du Vater. Und dann, dann macht es auf einmal ‚klick'“.

Diese Aussage spukte mir noch monatelang durch den Kopf. Sie nagte Löcher in meine alte „keine Kinder“-Einstellung und dann kam ich letztendlich zu dem Schluß: ich liebe meinen Mupf über alles, und vielleicht ist das einfach ein Schritt ins Ungewisse, den man als Mann wagen muss.

Also wagten wir es gemeinsam.

Jetzt, da unser Minimupf schon ein halbes Jahr bei uns ist, kann ich eines bedenkenlos sagen: ich bereue nichts. Ganz im Gegenteil! Ich könnte jeden Tag vor Freude weinen. Unser kleiner Sohn bringt so viel Freude ins Haus, wie ich es nie für möglich hielt. Ich hatte nie erwartet, dass ich, der wirklich nichts vom Kinderhaben gehalten hat, nun so glücklich sein würde.

Nun da ich selbst Vater bin, kann ich nur folgendes bestätigen:

Das ist alles ganz anders, wenn es dein eigenes Kind ist.

Und ja, es macht wirklich ‚klick‘.

Dinge, die meine Vermieterin sagt (Teil 1)

Meine Vermieterin ist weit über achtzig und ein echtes Urgestein hier im Ort. Sie ist Mutter von fünf und hat etwas andere Erziehungsvorstellungen als ich.

Ich laufe mit Manduca und Minimupf an ihrem Garten vorbei.
Vermieterin: Ha, Sie haben ja den Kleinen auf dem Rücken. Der ist doch bestimmt schon schwer.
Mupf: Ja, der wiegt schon 8 Kilo, deshalb trage ich ihn nicht mehr vorne.
V: Passen Sie bloss auf. Sie ruinieren sich noch die Gesundheit.
M: Keine Sorge. Ich trainiere jede Woche.
V (gibt nicht auf): Sie verwöhnen ihn doch nur. Da tanzt er Ihnen später auf der Nase rum.
M.: Ja, kann schon sein. Ich leg ihn bestimmt bald in den Kinderwagen.
V. (glaubt mir nicht): Kriegt er denn überhaupt noch Luft dadrin?
M. (mit bierernstem Gesicht): Nein, aber durch den Sauerstoffmangel schläft er schneller ein. Tschüss dann!

Verstärkter Umgang und Positionswechsel bei Babys

Diese Studie habe ich gelesen und es hat mir ein neues Selbstbewusstsein gegeben. Ich war immer der Meinung, dass die Eltern sehr wenig Einfluss auf die Entwicklung ihrer Säuglinge haben. Häufig liest man: Gras wächst auch nicht schneller, wenn man daran zieht. Ständig wird man ermahnt bloß das Kind nicht zu früh an Dinge zu gewöhnen, es könnte permanenten Schaden nehmen.
Dazu muss ich sagen, dass dies wohl eine sehr deutsche Sichtweise ist.

Dr Michele Lobo hat mir die Erlaubnis gegeben mich hier ausführlich mit ihrem Artikel zu befassen. Falls ihr in Eile seid und nicht soviel lesen wollt, empfehle ich gleich zum Interview und hier gleich zum Ergebnisteil zu wechseln. Der Artikel ist eher etwas für eingefleischte Leser.

Das Ziel der Untersuchung ist es herauszufinden, ob ein verstärkter Umgang mit Säuglingen durch ihre Betreuer zu einer schnelleren Entwicklung im ersten Lebensjahr führt.

Die Studienleiter haben ein drei-Wochen-Programm entwickelt. In diesem Programm werden die Kinder in verschiedene Positionen gebracht, in denen sie sich normalerweise nicht befinden. Diese verschiedenen Positionen nennen die Wissenschaftler „enhanced handling“ und ich habe das übersetzt mit „verstärkter Umgang“.
Die Positionen beinhalten unter anderem gestütztes Sitzen und Stehen, das Fördern der Stabilisierung des Kopfes und des Oberkörpers, mit Nachdruck auf die Bauchliegeposition.
In einer früheren Studie haben sie bereits festgestellt, dass Säuglinge davon profitieren, wenn ihre betreuende Person einen verstärkten Umgang mit ihnen pflegt. Jetzt wollen sie feststellen wie lange diese positiven Effekte andauern.
In Kenia, Nigeria und Westindien werden Kinder bereits frühzeitig dazu ermutigt zu sitzen und zu laufen. Dies führt dazu dass diese Kinder Monate vor den Kindern der westlichen Länder diese Meilensteine erreichen.
Es gibt Studien, die darauf hinweisen, dass Säuglinge wichtige Erfahrungen sammeln, wenn sie durch ihre Betreuer den Raum in unterschiedlicher Weise wahrnehmen können.

Entwicklung des Programms

Die Autoren gehen davon aus, dass eine recht kurze Periode des verstärkten Umgangs und der Positionswechsel schon langfristige Effekte erzielen würden.

1. Der veränderte Umgang mit den Kindern bereitet bereits eine gute Basis für zukünftige Fähigkeiten. Durch den Positionswechsel erfährt das Kind den Raum in verschiedenen Ebenen und seine Aufnahmefähigkeit wird auf verschiedene Weisen angesprochen.

2. Die betreuende Person wird ihr Verhalten gegenüber dem Kind wahrscheinlich ändern, nachdem sie schnell Ergebnisse sieht. Das Kind wird schnell auf die neue Verhaltensweise reagieren und schneller lernen, was wiederum eine Anregung für den Betreuer darstellt um das veränderte Verhalten beizubehalten.

Das Programm ist speziell für sehr frühe Wahrnehmungen im motorischen Bereich entwickelt worden. Frühes Sitzen und Greifen kann beispielsweise zu einer erhöhten Fähigkeit im Bereich der Problemlösung führen, auch wird dadurch das Verständnis für Eigenschaften eines Objektes gefördert.

Methode

Die Gruppen wurden halbiert. 14 Kinder waren in der experimentellen Gruppe und 14 in einer Kontrollgruppe.

  • Die experimentelle Gruppe bekam die Übungen, die täglich, 3 Wochen lang, 15 Minuten durchgeführt wurden. Die Übungen wurden gezeigt und waren auch in bebilderter Form erhältlich. Ausserdem haben sie ein Tagebuch geführt und wurden von Physiotherapeuten besucht.
  • Die Kontrollgruppe bekam keine Übungen. Sie haben sich 15 am Tag im gleichen Zeitraum mit den Kindern intensiv sozial beschäftigt.

Die Übungen

  • die Kinder wurden auf den Bauch gelegt und ermutigt ihren Kopf zu heben.
  • während die Kinder auf dem Rücken lagen, wurden sie zum Sitzen hoch gezogen. Der Kopf wurde bei Bedarf gestützt.
  • wenn die Kinder in einer sitzenden oder stehenden Position waren, wurden sie leicht geschaukelt und dazu ermutigt ihr eigenes Gewicht zu halten und ihren Körper gerade zu halten.
  • die Hände der Kinder wurden von der Seite zur Mitte geführt wie bei einem Spiel

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Auswertung

Diesen Teil übersetze ich nicht. Nur soviel es war eine doppelblinde Studie und ich finde es gibt nichts dran auszusetzen.

Hier der Ergebnisteil!